POSITIVE RECRUITING TREND 2019 – #1 HERZLICHKEIT

So heben sich Unternehmen im Mittelstand positiv von den Großen ab!

Für Unternehmen im Mittelstand wird es zunehmend schwerer, wenn es um das Gewinnen von Mitarbeitern und Führungskräften geht. Ganz besonders trifft es hier jeneArbeitgeber, die sich auch, ob in Ballungszentren oder auf der grünen Wiese,regional im Schatten von begehrten Big Playern befinden. Hinzu kommen diesich stetig verändernden Erwartungen der Bewerber. Die Folge: In mittelständischen Firmen macht sicheine immer größer werdende Ratlosigkeit breit. Dabei könntengeradeFirmen dieser Größenordnungin puncto Candidate Experience viel mehr mit echter Herzlichkeitund Wertschätzung punkten als große Konzerne.

Konzern-Personaler– so scheint es– übertreffen sich oftmals gegenseitig in puncto Negativity, wenn es um das Gewinnen und die Auswahl neuer, vor allem auch junger Talente geht. Diese Erfahrung musste auch Sahra M. machen. Nach ihrem Masterabschluss mit Bestnote und erster Berufserfahrung jubelte sie, als sie die Stellenausschreibung im HR-Bereich bei einem Konzern in ihrer Region entdeckte. Das war genau das, was sie suchte. Offensichtlich bestand das Unternehmen auch nicht auf der oftmals jahrelangen Berufserfahrung, die für jedes junge Talent zunächst mal ein echtes K.-O.-Kriterium ist. Sahra M.‘s Profil deckte sich nahezu perfekt mit dem Stellen- und Anforderungsprofil, ihr Engagement und ihre Begeisterung für das Thema waren aus ihrem professionell gestalteten Anschreiben und Lebenslauf auf den ersten Blick gut zu erkennen. Gebracht hat es ihr nichts.

Wer Menschen gewinnen will, muss Menschen lieben

Nach wochenlangem Schweigen des Unternehmens hatte sie bei dem zuständigen Personaler den Stand der Dinge erfragen wollen. Doch statt im Rahmen des Telefonates etwas mehr über Sahra M., ihre Kompetenzen, Stärken und Motivation zu erfahren, ignorierte Herr O. diese Chance und gab lediglich eine äußerst lapidare, unverbindliche und zudem noch unfreundliche Antwort nach dem Motto ‚Kunde droht mit Auftrag‘.  Kurz danach folgte die unpersönliche, standardisierte und AGG-konforme Absage von einem anderen Absender. Kein Wunder also, dass sich gerade im Kontext ‚Personaler rekrutieren Personaler‘ zur Enttäuschung auch Fassungslosigkeit und Wut gesellten. Avanti Dilettanti könnte man sagen.

Denn die Arroganz und Ignoranz, die der besagte Personaler an einem enorm wichtigen Touchpoint wie dem Telefonkontakt an den Tag legte, hat ihm nicht nur den Blick auf einen High-Potential-Bewerber versperrt. Zusätzlich hat er sichdie Chanceverbaut, das Gespräch bei einem späteren Ansatz wieder aufnehmen zu können. Das zeugt trotz Konzern-Status von höchst unprofessionellem Verhaltenund hinterlässt beim Interessenten vor allem einen ausgesprochen negativen Eindruck, der schlimmstenfallsauf die Recruiting-Kultur des gesamten Unternehmens schließen lässt. Eine negative Candidate Experience mit Nebenwirkungen, die fataler kaum sein könnte und die sich in Zeiten von Bewertungsplattformen nicht nur analog sondern auch digital viral verbreitet. Selbst Großkonzerne können sich das auf Dauer nicht mehr leisten.

Wertschätzung ab dem ersten Touchpoint

Genau hier jedoch kann jedes Mittelstands-Unternehmenumso mehrpunkten. Vorausgesetzt es erkennt die Relevanz und die Auswirkung eines positiven Recruitingprozessesauch im Rahmen seiner Positionierung als attraktiver Arbeitgeber. Und vorausgesetzt, es versteht sich nicht wirklich nur als „Arbeit-Geber“, sondern gerade im Rahmen des Bewerbungsprozesses vielmehrals eine Art Sparringspartner auf Zeit. Ein Arbeitgeber, der seinen Interessenten vom ersten bis zum letzten Augenblick mit Wertschätzung und echtemInteresse während der gesamten Candidate Journey begegnet, der bereit ist,zu hinterfragen und auch über den Tellerrand des vorliegenden Anschreibens und Lebenslaufes zu blicken, der gewinnt die wirklichen Hidden Champions unter den Talenten. Und selbst eine Absage wird besser akzeptiertwenn ein Bewerber merkt, dass die Entscheidung länger als 30 Sekunden gedauert hat.

Genau diesen Vorsatz beherzigtein mittelständischer Arbeitgeber in Baden-Württemberg. Er versendet nicht nur just in time eine individuelle Eingangsbestätigungfür jede Bewerbung, sondern gibt nach 1-2 Wochen einekurze Information zum „Stand der Dinge“.Zum Beispiel: „Herzlichen Glückwunsch, Sie sind in der engeren Auswahl. Wir werden uns in der kommenden Woche mit Ihnen in Verbindung setzen,um die weitere Vorgehensweise abzustimmen.“ Eine sympathische und sehr aufmerksame Geste, die Bewerber aus ihrer unangenehmen Blase der Ungewissheit holtund gleichzeitigTransparenz, Verbindlichkeit sowie Wertschätzungtransportiert.

10 Tipps für eine positive Candidate Experience

  1. Versetzen Sie sich bewusst in die Lage Ihrer Bewerber.
  2. Honorieren Sie deren Vertrauensbeweis in Form ihrer Bewerbung.
  3. Reagieren Sie immer schnell, nachvollziehbar und verbindlich.
  4. Achten Sie auf eine positive Candidate Journey mit Mehrwert.
  5. Gestalten Sie jeden Touchpoint individuell und mit Positivity.
  6. Fokussieren Sie nicht nur Kompetenzen, sondern Stärken & Potenziale.
  7. Erweitern Sie Ihre Prozesse mit Win-Win-Effekt (z.B. Stärkenanalyse).
  8. Zeigen Sie stets Respekt für die Erwartungender Bewerber.
  9. Achten Sie bei Absagekandidaten auf eine positive Atmosphäre.
  10. Investieren Sie aktiv in Erhalt und Pflege der bestehenden Beziehung.

Arbeitgeber, die diese 10 Tipps umsetzen,punkten nicht nur kurzfristig bei ihren Interessenten sondern beweisen, dass Personalgewinnung für sie deutlich mehr ist als eine Stellenausschreibung und ein Auswahlprozess. Das Gewinnen der Richtigen heute ist der Garant für den Unternehmenserfolg von morgen. Hier en Beitrag als PDF lesen.

Hier finden Sie den Beitrag als PDF: Positive Recruiting Trend #1-HERZLICHKEIT

 

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