POSITIVE BUSINESS IMPULS #6 FÜHRUNGSKRÄFTE-RECRUITING

Miese Führung? Das Ergebnis miesen Recruitings!

Schlechtes Führungskräfte-Recruiting kostet Unternehmen Milliarden.

74 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland wünschen sich, dass ihr Chef sie in der eigenen Weiterentwicklung unterstützt und fördert. Dies ergab eine aktuelle Befragung von rund 1.000 Personen durch das infas Institut zum Thema Arbeitszufriedenheit. Doch Wunsch und Wirklichkeit liegen wie so oft auch hier meilenweit auseinander. Denn nur ganze 47 Prozent der Befragten gaben dabei an, dass sie genau das auch in ihrem Arbeitsalltag erleben. Resultat: Über die Hälfte der Erwerbstätigen in Deutschland sind unzufrieden mit ihrem Chef! Die daraus resultierende Demotivation kostet unsere Volkswirtschaft laut Gallup bis zu 103 Milliarden Euro. Ein fatales und zudem milliardenschweres Dilemma, für das auch das Recruiting eine Mitverantwortung trägt.

Dabei ist es gleich, ob eine Führungskraft intern oder extern rekrutiert wird. Fakt ist: in puncto Führung werden in der Personalauswahl noch immer die falschen Parameter gesetzt. So wird im internen Recruiting häufig nach einer überholten Beförderungslogik der beste Sachbearbeiter zur Führungskraft. Soll ja schließlich auch mal die Chance bekommen, Karriere zu machen. Werden in diesem Rahmen jedoch dessen wahre Stärken, das psychologische Kapital und die persönlichen Präferenzen ermittelt und mit den wirklichen Anforderungen der Rolle auch perspektivisch in Deckung gebracht? Fehlanzeige!

Beschäftigte kommen wegen des Jobs und gehen wegen des Chefs

So erhielt auch Thomas T., der über Jahre der ‚Salesman Nr. 1‘ seines Arbeitgebers war, das verlockende Angebot die Vertriebsleitung zu übernehmen. Thomas‘ Wettbewerbsgen jubilierte, hatte er damit die Stufe auf der, auch gesellschaftlich hoch geschätzten, Karriereleiter geschafft und war der Sieger. Sein Siegestaumel hielt jedoch nicht lange an und Thomas musste erkennen, dass Führung etwas grundlegend anderes bedeutet als Vertrieb. Die Auswirkungen von Thomas‘ Beförderung waren gravierend. Das Unternehmen hatte seinen besten Verkäufer ‚verloren‘ und das Vertriebsteam war durch seine schlechte Führung zunehmend demotiviert. Die Folge: die Fluktuation im Vertrieb stieg sprunghaft an.

Auch extern werden munter Führungskräfte oder solche die es werden wollen rekrutiert, ohne auf das, auch perspektivisch, wirklich Wesentliche zu achten. Die Dauer der Führungserfahrung und betriebswirtschaftliche Kennzahlen bilden noch immer gern eine elementare Entscheidungsgrundlage für eine Einstellung. Dabei ist längst bekannt, dass die Dauer von Erfahrung und reine Kennzahlen in keiner Weise eine zuverlässige Erfolgsprognose zulassen. Zwar wird mehr und mehr auch das persönliche und kulturelle Fitting beachtet, doch die wichtigste Frage wird übersehen: Passen die individuellen Präferenzen und Ziele wie auch die wahren Stärken, Potenziale und das psychologische Kapital der Person zu dieser spezifischen Vakanz?

Unternehmen rekrutieren die Falschen

Schließlich ist keine Führungsaufgabe wie die andere. Führung hängt vor allem von drei Faktoren ab: von den Menschen, die geführt werden sollen, dem Umfeld und vor allem von der Person, die führen wird. Weil angesichts der Veränderungen in der Arbeitswelt auch die Rolle von Führungskräften immer anspruchsvoller und fluider wird, brauchen wir ein neues Framing für das Recruiting von Führungskräften. Ansätze dafür gibt die Positive Psychologie, die Wissenschaft vom gelingendem Leben und Arbeiten. Dabei steht der Begriff ‚positiv‘ nicht, wie viele meinen, für eitel Sonnenschein, positives Denken oder die rosarote Brille, sondern dafür, dass der Fokus dieser Wissenschaft auf dem liegt, was bereits an Gutem real vorhanden ist und gefördert werden kann.

Das daraus resultierende Konzept des Positive Business bietet eine ganze Reihe von Möglichkeiten den Paradigmenwechsel in Organisationen allgemein sowie in der Führung wie auch im Recruiting – dem Positive Recruiting im Besonderen zu vollziehen. Unabhängig davon sollte in der Führungskräfteauswahl immer auch das intellektuelle Potenzial der Person ermittelt werden, da es ein wichtiger Faktor für den Berufs- und Lebenserfolg darstellt.

Positive Business fördert Leistung und Wohlbefinden

Was hat eine potenzielle Führungskraft im Kindheits- und Jugendalter mit Begeisterung gemacht? War sie hier bereits ein kleiner Anführer, Leiter einer Gruppe oder hat sie gerne die übergreifende Koordination oder Gesamtverantwortung von Aktivitäten übernommen? Welches Hobby übt die Person aus? Ist sie auch hier in einer führenden Rolle?  Dann ist das ein klarer Hinweis auf die Karrierepräferenz und damit die natürlichen Bestrebungen der Person. Eine weitere Facette ist das Ermitteln des psyologischen Kapitals eines Menschen mit seinen Komponenten Selbstwirksamkeit, Hoffnung, Optimismus und Resilienz. Wenn Führungskräfte über diese positiven Eigenschaften der menschlichen Psyche verfügen, haben sie eine positive Viralfunktion und ‚stecken‘ damit auch ihre Mitarbeiter an. Damit stärken und steigern sie die Arbeitszufriedenheit und Leistungsbereitschaft des Einzelnen und des Teams. Im Recruiting insgesamt, vor allem jedoch im Führungskräfte-Recruiting ist das psychologische Kapital eines Menschen ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Die Abwesenheit von Unzufriedenheit bedeutet nicht Zufriedenheit

Für die Zufriedenheit und den Erfolg einer Führungskraft spielen auch die individuellen Charakterstärken der Person eine elementare Rolle. So ist die Charakterstärke Führungsvermögen ein Wegweiser, inwieweit die Person selbst ihre Führungsrolle als Berufung versteht und darin idealerweise sogar aufblüht. Menschen mit dieser Stärke lieben es, eine Gruppe so zu leiten, dass sie optimal und effizient zusammenarbeitet. Neben Planungs-, Organisations- und Entscheidungstalent, gehört das Motivieren und Anspornen anderer zu den natürlichen Talenten dieser Menschen. Das Ermitteln der fünf Top-Charakterstärken beispielsweise in Form einer Stärkenanalyse ist damit ein weiteres wichtiges Element für erfolgreiches Positive Recruiting von Führungskräften, vom Teamleiter bis zur Ebene des C-Level-Managements

(Anmerkung: Trotz gen. Maskulinum sind selbstverständlich alle existierenden Geschlechter gemeint)

Hier finden Sie den Beitrag als PDF: Positive Business IMPULS #6-FührungskräfteRecruiting

Sie haben Interesse an weiterführenden Informationen zum POSITIVE RECRUITING oder einer CHARAKTERSTÄRKEN-ANALYSE? Dann schreiben Sie einfach an herrmann@inspirocon.de

 

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