POSITIVE BUSINESS IMPULS #10 – Führungskräfte entdecken sich neu.

Positive Führung in der Praxis

TRAININGSCOACHING POSITIVE FÜHRUNG. (Tag 1)

Der Wandel unserer Arbeitswelt ist in vollem Gange und noch immer wird in den Führungsetagen vieler Unternehmen eine eher unreflektierte Führungskultur auf Basis tradierter Modelle und Techniken gelebt. So häufig, wie diese nicht zum gewünschten Ziel führen, so häufig ist das Thema Führung für alle Beteiligten eines: die Gratwanderung zwischen Motivation und Frustration. 

Dass Führung auch ganz anders kann, zeigt der Ansatz Positive Führung.  Siebzehn Führungskräfte, teils aus der Geschäftsleitung, eines mittelständischen Unternehmens sitzen erkennbar erwartungsvoll im Seminarraum. Erstmals seit Jahren nehmen sie sich Zeit für ihre eigene Weiterentwicklung. Drei Seminartage inkl. kurzem Individual-Coaching liegen vor uns. Das Thema: Positive Führung.

Der Grund: die interne Stimmung ist nach einer Fusion vor einigen Jahren nicht so gut wie erhofft und wirkt sich somit auch negativ auf Motivation und Leistungskraft der Beschäftigten aus. Das möchte das Führungsteam ändern. Der erste Satz zur Begrüßung: „Ich werde Ihnen nichts über Führung erzählen“, verwundert die Teilnehmenden. Hatten Sie doch genau darauf gehofft. 

„Systeme verändern sich in die Richtung, in der wir die Fragen stellen.“

„Vielmehr lade ich Sie auf eine Reise mit vielen Fragen ein. Eine Reise zur besten Version Ihrer selbst.“ Ruhe. Erstaunte und fragende Blicke. An Seminar-Tag 1 stehen vor allem Bestandsaufnahme, Differenzierung sowie die Themen Sinn von Führung und Führungspersönlichkeit im Fokus. Nachdem sich die Gruppe im regen Austausch auf ihren unternehmensspezifischen Führungssinn verständigt hat, beschäftigen wir uns mit den Themen Reflexion von Führungsrolle und Selbstführung. Wieder fragende Blicke!

Selbstreflexion? Energiecheck? Eigene Haltung und Werte hinterfragen? Puh, dass es derart persönlich wird, damit hatten einige im Seminar dann doch nicht gerechnet. Nicht jedem fällt dieser Prozess gleichermaßen leicht. Als Beraterin, Coach und Trainerin bin ich jedoch genau in der Verantwortung einer behutsamen Türöffnerin, damit die Person ihre  wertvollen verborgenen Potenziale im Sinne Positiver Führung entdeckt.

Die Übungen haben es in sich, sagen die Seminarteilnehmenden. Im positiven Sinne. Sie tauchen ein in das, was sie beschäftigt und bewegt. Sie reflektieren Selbstbild, Grundwerte und Grundbedürfnisse und resümieren, dass dies gut tut und wichtig ist, weil der berufliche und private Alltag kaum Zeitfenster dafür lässt.

„Bringen Sie ein, was Sie am besten können und am liebsten tun?“

Eine Analyse überrascht die Teilnehmenden besonders: das Ermitteln ihrer individuellen Charakterstärken. Denn wie viele Menschen, sehen auch diese siebzehn Führungskräfte an sich selbst, wie an ihren Mitarbeitern, meist mehr und deutlicher die Schwächen als die Stärken. Doch das Erkennen dessen, was an uns gut ist, ist ein elementarer Perspektivenwechsel im Kontext Positiver Führung. Mittels spezieller Fragen finden die Führungskräfte dabei diejenigen positiven Eigenschaften heraus, die für sie so wichtig sind wie die gute Luft zum Atmen. Die Top-Stärken, die nicht nur sie selbst, sondern auch Außenstehende als besonders charakteristisch an ihnen schätzen. 

Teil zwei dieser Übung befasst sich mit dem Übersetzen der Top-Stärken in den beruflichen Alltag anhand individueller Beispiele aus dem Plenum. Die positive Wirkung lässt nicht lange auf sich warten. Denn die Teilnehmenden erkennen und verstehen, wie sich ihr Perspektivenwechsel und Einsatz ihrer Stärken auf das Erleben ihrer Führungsrolle wie auch ihren Führungsalltag – und somit auch auf ihr Team – positiv auswirken kann. Und allein das fühlt sich richtig gut und vor allem im Hinblick auf die Rolle richtig an.

Der Ansatz Positive Führung basiert deshalb auf dem Grundsatz: Erkennen, was bereits gut ist! Probleme, Herausforderungen, Defizite & Co. werden hierbei nicht ignoriert, sondern vielmehr über die Kenntnis dessen „was gut ist“ anders und meist besser gelöst als bisher. Positve Führung gründet auf den Erkenntnissen der wissenschaftlichen Positiven Psychologie, die Faktoren und Prozesse erforscht, die zu positiven Emotionen und Leistungskraft führen und deren klarer Fokus auf der bestmöglichen Entwicklung von Menschen und Organisationen liegt. 

„Fragen wir nach dem Besten, das es schon gibt, entdecken wir es.“

Positive Führung eignet sich bestens für Unternehmen im Mittelstand, in denen nach wie vor eine gute jedoch stärkenorientierte Führungskultur gelebt werden soll. Doch auch Organisationen, die die Demokratisierung von Führung planen, profitieren im Kontext der Positiven Selbstführung davon. 

Unser erster Seminartag geht zu Ende. Alle Führungskräfte sind etwas erschöpft, denn in dieser Form waren sie bisher nicht gefordert. Und dennoch: die Posititivität ist im Tagesverlauf merklich gestiegen und die Führungskräfte erleben, dass in einem solchen Klima deutlich mehr Ideen entstehen. Chapeau! Sie haben es bereits geschafft, sich aus ihrer gedanklichen Problem- & Schwächen-Perspektive zu befreien. In einer abschließenden Übung reflektieren sie den Tag und formulieren ihre Wünsche für Tag 2: „Alles bestens, bitte genauso weiter machen!“

TIPP: Im nächsten POSITIVE BUSINESS IMPULSE #11 erfahren Sie mehr über die Themen an Tag 2 und das anschließende Individual-Coaching.

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