Eine Frau spaltet die Nation…

 

… formuliert die ‚Welt‘  in ihrer heutigen Ausgabe: ‚War es die richtige Entscheidung, Ursula von der Leyen zur Verteidigungsministerin zu ernennen? Die Wähler sind sich in dieser Frage nicht einig.‘

Mit  Interesse verfolge ich seit Sonntag die Meinungen und Kommentare zur Benennung unserer neuen Verteidigungsministerin. Angela Merkel plante den Coup im Verteidigungsressort wohl schon länger. So stellte es jedenfalls die neue Ministerin Ursula von der Leyen bei der  Politsendung von Günther Jauch dar. Seit dem Bekanntwerden der Kabinettsbesetzung ist klar, dass künftig ein anderer Wind weht: Nach ihren Vorgängern wie dem sachlichen Thomas de Maizière, dem forschen Karl-Theodor zu Guttenberg oder dem steifen Franz Josef Jung zieht jetzt zur ministerialen Führung auch eine Prise Charme ins Verteidigungsressort ein.

Die Kommentare unserer Nation im Netz zu diesem Thema zeigen, wie rückständig unsere Gesellschaft auch im Jahr 2013 teilweise noch ist. International ist es schon längst kein Thema mehr dieses Amt mit einer Frau zu besetzen. Frauen in Spitzenpositionen … die Politik macht es uns  vor, denn auch in den Ministerien für Arbeit, Bildung, Familie und Umwelt sitzen Frauen auf dem Chefsessel.

Doch welche Qualifikationen muss oder soll denn eine Frau mitbringen, wenn sie in Politik und Wirtschaft ganz weit vorne oder oben sitzen möchte?  Diese Frage werden sich viele Dax-notierte Unternehmen stellen.  Die Wirtschaft muss den Anteil von Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen nachhaltig steigern.  Doch wie soll das funktionieren, wenn veraltete Denkmuster und meist männlich geprägte Anforderungs- und Stellenprofile vorherrschen? Obgleich die Wirtschaft formuliert, dass sie keine Quote braucht, sollte diese bestenfalls  wie eine Initialzündung wirken und somit nur vorübergehend erforderlich sein. Denn einen Gefallen tut man Frauen mit dieser Regelung nicht.  Unsere Wirtschaft steht vor zwei großen Herausforderungen: wir brauchen das Umdenken ‚pro Frau‘  gepaart mit Akzeptanz, Wertschätzung und modernen Strukturen in den Führungsetagen der Unternehmen und Frauen, die sich trauen!

Wo und wie finden wir  Frauen, die bereit sind, sich dieser Herausforderung stellen?  Aus meiner Erfahrung als Headhunter weiß ich, dass es um die Visabilty und die Wechselbereitschaft von Frauen nicht immer bestens bestellt ist. Hier gilt es noch jede Menge Potenzial zu heben.  Ich weiß aber auch um  deren hervorragenden Qualifikationen  und welche Rahmenbedingungen diese brauchen, um anspruchsvolle Herausforderungen anzunehmen. Die Wirtschaft muss darauf reagieren. Daher wird es für Frauen wie für die Unternehmen – ein äußerst spannender Prozess werden.

Dass unser Land nun von zwei Frauen geführt wird, sollte allen Beteiligten Mut machen… auch eine gespaltete Nation verdient eine Chance! In diesem Sinne…

herzlichst Ihre Brigitte Herrmann

 

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